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12. April 2017
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Erinnerungen an über 300 Jahre deutsche Schulgeschichte in Neustettin.

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1 - Der Gedenkstein von Schneeflocken umwirbelt.

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Die Fotos wurden von Gesine Reinstrom
im April 2014
aufgenommen

Gedenkstein am Streitzigsee in Neustettin.


 

Die Fürstin-Hedwig-Schülervereinigung, der zwischenzeitlich bis zu 700 Mitglieder angehörten,  wurde im Jahr 1959 gegründet. Heute zählt die Vereinigung noch 150 Mitglieder. In der mehr als 50-jährigen Vereinsgeschichte sind zu der ursprünglichen Schülerschaft des Fürstin-Hedwig-Gymnasiums zu Neustettin auch die Schülerinnen der Höheren Töchterschule und die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule aufgenommen worden. Erst ab dem Jahre 1926 waren Mädchen zum Besuch des Gymnasiums zugelassen.


 

Zu der 100-Jahrfeier des Schulgebäudes des ehemaligen Fürstin-Hedwig-Gymnasiums am  5. April 2013 in Szczecinek erging eine Einladung an unsere Schülervereinigung. Auf Grund der Altersstruktur unserer Mitglieder ergeben sich auch bei uns rückläufige Teilnehmerzahlen bei Fahrten in  die "alte Heimat".  Zu dieser Veranstaltung kamen drei ehemalige Schüler zum Teil in Begleitung ihrer Ehefrauen. Ein weiterer Ehemaliger hatte wegen der Wetterverhältnisse in Sczecinek - Schnee und Eis - sein Vorhaben, an der Feier teilzunehmen, aufgegeben.



An diesem Tag sollte auch unser Gedenkstein eingeweiht werden, der an über dreihundert Jahre deutsche Schulgeschichte und die Gründerin des ehemaligen Fürstin-Hedwig-Gymnasiums, des heutigen Fürstin-Elisabeth-Lyzeums erinnert.
Herzogin Hedwig (1595 - 1650),  die Witwe des Herzogs Ulrich von Pommern (1589 - 1622), lebte von 1623 bis 1650 im Schloss von Neustettin, das ihr als Witwensitz überlassen worden war.
Während des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1640, gründete Herzogin Hedwig die später nach ihr benannte Schule.
Bei dem Gedenkstein handelt es sich um einen 4 Tonnen schweren Findling aus rötlichem Granit in den Maßen von 160 cm Höhe und 150 cm Breite.

 

Die deutsch-polnische Inschrift auf dem Stein lautet:

 

In Memoriam


 

Fürstin-Hedwig-Gymnasium


 

1640 - 1945


 

Verein der ehemaligen Schüler

Natürlich erfordert ein solches Vorhaben, einen Gedenkstein zu errichten, einen nicht zu unterschätzenden Aufwand an Vorbereitungen. Der Direktor des Fürstin-Elisabeth-Lyzeums, die zuständigen Behörden und der Denkmalschutz haben unseren Wunsch nach einem Gedenkstein befürwortet.
Nachdem sich die Mitglieder der Schülervereinigung über die Inschrift des Steines geeinigt und wir einen passender Stein in Szczecinek gefunden hatten, beauftragten wir den ansässigen Steinmetz Herrn Krawiec mit der Bearbeitung und Beschriftung des Steines.

 

Die Feierstunde in der Aula zum 100-jährigen Bestehen des Schulgebäudes  das direkt am Streitzigsee gelegen ist, war eine gelungene, sehr schöne Veranstaltung. Im Foyer begrüßten Spruchbänder in deutscher Sprache die deutschen Teilnehmer.

An der Veranstaltung  nahm eine große Anzahl geladener Gäste teil, u.a.  Vertreter der Kreis- und Stadtbehörden und aus kulturellen Institutionen, weiterhin Schuldirektoren anderer Schulen aus Szczecinek, das Lehrerkollegium und pensionierte Lehrer des Fürstin-Elisabeth-Lyzeums, viele Schüler und  auch unsere Vereinigung.


 

Die ortsansässige Presse und das Fernsehen waren bei der Feier  und der anschließenden Gedenksteineinweihung anwesend und berichteten ausführlich darüber.


 

Die einzelnen Programmpunkte der Feierstunde wurden durch eine Schülerin und einen Schüler in polnischer und deutscher Sprache bekanntgegeben. Das Schulorchester und der Schulchor sorgten mit ihren musikalischen Darbietungen  für die feierliche Stimmung.


 

Die Ansprachen hielten der Landrat Herr Krzysztof Lis, der Bürgermeister Herr Jerzy Hardie Douglas, der Direktor des Fürstin-Elisabeth-Lyzeums Herr Jerzy Kania, unser Ehrenvorsitzender Herr Hans- Henning Molkentin und ich als Vorsitzende des Schülervereins.


 

Im Rahmen dieser Veranstaltung konnten wir den Siegern des 2. Professor-Tümpel-Wettbewerbs ihre Preise überreichen. Dieser Wettbewerb ist nach dem ehemaligen Schuldirektor Professor Dr. Karl Tümpel (1855 - 1940) , der auch als Chronist für die Stadt Neustettin gewirkt hat, benannt worden.  In diesem Wettbewerb geht es für die polnischen Schüler darum, sich in deutscher Sprache mit einem Thema aus der Geschichte / Gegenwart auseinanderzusetzen.

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2 - Mitglieder der FHS-Vereinigung und Gäste im Foyer der Schule.

Im Anschluß an die Feierstunde in der Aula wurde vor dem Schulgebäude die Einweihung des Gedenksteines vorgenommen. Der Stein hat seinen Standort am seeseitigen Schulhofgelände.


 

Trotz des winterlichen Wetters - es fielen zarte Schneeflocken - fand sich eine erfreuliche Anzahl Zuschauer ein.
Zur  Enthüllungszeremonie war der Stein mit den Fahnen Polens, Deutschlands und Europas verhüllt. Dieses Fahnenensemble symbolisiert die Nachbarschaft Deutschlands und Polens unter dem Dach Europas.


 

In der Rede zur Steineinweihung ging  ich kurz auf die Entstehungsgeschichte dieser Schule ein, die mit ihrem Bekanntheitsgrad wesentlich zur Stadtentwicklung beitrug. Auch sprach ich über die heute schwer nachzuvollziehende Bindung der ehemaligen Schüler an ihre Schule und  ihre Heimat.


 

Die Ursache hierfür könnte in den drei Schülervereinen mit ihren Traditionen und dem damaligen Zeitgeist zu finden sein. Es war eine Welt ohne Handys, Internet und die Möglichkeit zu Skypen!


 

Die Schule war der zentrale Ort, um sich zu treffen und den Zusammenhalt zu pflegen. Die Schülervereine, die sich intensiv mit Literatur, Musik und Sport beschäftigten, übernahmen studentische Bräuche, wie das Tragen von Mützen und Bändern, das Abhalten von Kommersen und das Feiern von Stiftungsfesten.


 

Auch später als "Alte Herren" hielten sie engen Kontakt untereinander und unterstützten den aktiven Schulbetrieb mit Geld- und Sachspenden im Sinne des heutigen Sponsorings.


 

Von einer Schülergeneration auf die nachfolgende wurde dieses Gedankengut, die enge Bindung an die Schule, sowie die Fürsorge für die Schule weitergegeben.


 

Auch ist der Stein ein Gedenken an  eine Vielzahl von Pädagogen sowie Generationen von Schülerinnen und Schülern.


 

Herrn Direktor Kania und dem Lehrerkollegium des Fürstin-Elisabeth-Lyzeums sowie den städtischen Behörden dankte ich für die gute Zusammenarbeit und dass sie unserer Bitte entsprochen haben, diesen Stein auf dem Schulgelände aufstellen zu dürfen.



Meine Rede schloss ich mit den Worten, dass dieser Gedenkstein ein Abschiedsgruß der Ehemaligen ist. Aus Altersgründen wird sich im Jahr 2014 die Schülervereinigung auflösen und ihr kulturelles Erbe und Vermächtnis an das Fürstin-Elisabeth-Lyzeum und die Stadt Szczecinek weitergegeben.


 

Nach dem offiziellen Teil dieser Veranstaltung konnte eine kleine Ausstellung zum Jubiläum besichtigt werden, geladene Gäste wurden in einen zu einer Cafeteria umgebauten Klassenraum gebeten. Schülerinnen und Schüler bewirteten die Gäste mit Kaffee und Kuchen, wobei sie sich mit den deutschen Gästen auf Deutsch unterhielten.
 
Bei angeregten  Gesprächen, in angenehmer freundschaftlicher Atmosphäre klang diese Feierstunde langsam aus.     

Gesine Reinstrom

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3 - Die Einweihung des mit Fahnen verhüllten Gedenksteins vor dem Schulgebäude.

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