Heimatkreis Neustettin

KreisWapAk.jpg
WappenNeustettinAk.jpg

--NEU--

Termine 2018
 
Startseite
 
Kreis Neustettin
 
Heimatkreis+HKA
 
Aktuelles
 
Vereine
 
Patenschaften
 
Heimatmuseum

--NEU--

 
Publikationen
 
Literatur
 
Fotoalben
 
Familienforschung
 
Kontakt
 
Links
 
Impressum/Datenschutz
 
Gästebuch
 
Version 4.08.01
Letzte Überarbeitung am:
24. November 2018
Stadt Neustettin
 
Copyright by
Jürgen Klemann
2006 bis  2016
Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass das Kopieren von unserer Homepage ohne unsere ausdrückliche schriftliche Genehmigung untersagt ist.
Reiseberichte
 
Heimattreffen
 
Gedenkstein Neustettin
 
Neustettin-Geschichte
 
NEU --
NEU --
Wichtige Mitteilung zum Heimat-Museum!
-- NEU --
NEU --
NEU --
NEU --
Termine 2019
NEU --

Neues aus Szczecinek/Neustettin

zurück

 

Freude auch hier !!


 

Ich berichte aus einer e-Mail vom 15.02.2007, geschickt vom Szczecineker Pressesprecher, Herrn Konrad Czyczyk, im Auftrag des Bürgermeisters, Herrn Jerzy Hardie-Douglas:


 
 

&dbquo;Dear Mr. Raddatz,
… I am sure that the time of mayor Jerzy Hardie-Douglas will open a new and very positive chapter in the relation between the former and the present citizens of Szczecinek...”
 
Übersetzt also: “Ich bin sicher, dass die Zeit des Bürgermeisters Jerzy Hardie-Douglas ein neues, sehr positives Kapitel in den Beziehungen der früheren Bewohner von Neustettin und der heutigen Bewohner von Szczecinek eröffnen wird. In diesem Jahr wird ein Komitee zur 700-Jahrfeier der Stadt im Jahr 2010 gegründet. Ich hoffe, Sie werden ebenfalls in diesem Komitee mitarbeiten, denn die Geschichte der deutschen Bürger ist ein integraler Teil der Geschichte unserer Stadt.“


 
 

Hier ein Brief von Herrn mgr. Wiesław Suchowiejko, Direktor des Lyzeums, dessen Schüler unser Lapidarium pflegen:


 

&dbquo;Szczecinek, den 17.04.2007,
Haben Sie vielen Dank für die netten Worte, gerichtet an unsere Schule, betrifft unsere Arbeit am Lapidarium.
Ich möchte Ihnen mitteilen, dass wir uns seit langer Zeit geschämt haben, dass man in den Nachkriegsjahren viele Grabsteine der deutschen Bewohner unserer Stadt zerstört und vernichtet hat, und um die, die erhalten blieben, keiner sich gekümmert hat.
Sechs Jahre her hat die Leitung des Friedhofs beschlossen, die verbliebenen Grabsteine an einem Platz zu versammeln. Dann haben wir – unsere Lyzealisten, die Deutschlehrerin und ich, Direktor der Schule – auch bestimmt, das Lapidarium zu pflegen.
Bis jetzt ist es uns gelungen, die Dokumentation der Grabsteine und die Informationstafel im Polnischen und im Deutschen zu fertigen. Jedes Jahr, vor Allerheiligen, ordnen unsere Schüler dieses Gelände und zünden traditionelle Kerzen an. Wir tun es, denn wir sind der Meinung, dass es sich den ehemaligen Einwohnern unserer Stadt einfach gehört. Sie waren doch keine Kriegsverbrecher, und der II. Weltkrieg brachte sowohl für sie wie auch für viele unserer Mitbürger, viel Unglück und Tragödie. Viele von uns wohnen doch in den Häusern, die von den Deutschen gebaut wurden.
Wie ich es schon am Anfang erwähnt habe, hat man in dieser Angelegenheit viel Schlimmes in den vergangenen Jahren verursacht, und wie sehr es uns auch leid tut, haben auch wir, die polnischen Einwohner von Szczecinek, unseren Beitrag hier. Nicht alles lässt sich jetzt retten. Viele Grabsteine wurden geklaut, andere stark beschädigt. Man kann aber das, was noch erhalten blieb, pflegen. Auch gemeinsam. Denn Szczecinek ist unser gemeinsames Erbe. Ich schreibe ‚gemeinsames’, denn sowohl ich als auch meine Schüler und die meisten Kolleginnen und Kollegen sind in Szczecinek geboren. Wir sind der Meinung, dass es die höchste Zeit ist, um die beidseitigen Ressentiments zu vergessen und uns um dieses gemeinsame Erbe zu kümmern.
Ich weiß, dass Sie im Mai in Szczecinek sind, um mit dem Bürgermeister über das Projekt des Steines zum Gedächtnis der Verstorbenen zu sprechen. Ich hoffe, dass Sie sich dann auch mit mir treffen können. STO, das führende Organ unserer Schule, hat auch die ‚Universität des III. Alters’, wo ich Dekan bin, gegründet. In diesem Jahr werden Vorträge zum Thema ‚Die letzten Tage – die ersten Tage’ gehalten. Sie betreffen die Ereignisse in Szczecinek im Jahr 1945 und später. Diesen Zyklus möchten wir mit einem Vortrag betreffend diese Ereignisse aus deutscher Sicht schließen. Wir möchten unseren polnischen ‚Studenten’ die Erinnerungen der deutschen Einwohner, präsentiert im Heft ‚50 Jahre Patenschaft…“, vorstellen; aber wir hoffen, dass auch ein Treffen mit Ihnen möglich wäre. Sie kommen nach Szczecinek am 09. Mai, und den Vortrag planen wir am nächsten Tag um 16,30 Uhr. Wäre dann Ihre Teilnahme möglich? Wenn nicht, dann könnten wir diesen Vortrag eventuell auch am 09. Mai organisieren.
Unsere Studenten sind ältere Leute, ca. 60 bis 80 Jahre alt. Viele von ihnen sind die ehemaligen Einwohner der sogenannten Ostranden. Nach 1945 waren sie gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und u.a. auch nach Szczcecinek zu kommen. Da ist ihr Schicksal dem von Ihren Mitbürgern ähnlich! Aber jetzt ist Szczecinek ihre kleine Heimat, und ich denke, dass sie, so wie auch Sie und die deutschen Einwohner von Neustettin, die Stadt meine Stadt nennen können.
Vielleicht lohnt es sich, ein Treffen der Menschen von ähnlichem Schicksal zu organisieren? Ein Treffen der Leute, die von den Folgen des II. Weltkriegs betroffen wurden, für die, sowohl die Deutschen wie auch für die Polen, Szczecinek ein geliebter Ort ist. Vielleicht könnten wir uns hier in Szczecinek treffen und gemeinsam über das 700. Jubiläum der Stadt sprechen. Vielleicht könnten wir Euch auch mal in Eutin besuchen, im September dieses Jahres?
Vielleicht stelle ich auch zu viele Fragen, aber ich hoffe, dass Sie sie beantworten können.
In der Hoffnung auf ein Treffen mit Ihnen verbleibe ich hochachtungsvoll
Wiesław Suchowiejko.“


 
Mittwoch, den 9. Mai: Besuch des Szczecineker Bürgermeisters und seines Pressesprechers im Rathaus, zusammen mit Frau Gudrun Wölk, Schriftwartin des Neustettiner Kreisverbands e.V.
Viele ehemalige Neustettiner haben mich seit Jahren gebeten auszuloten, ob es in Neustettin/
Szczecinek möglich ist, einen Gedenkstein für unsere Toten aufzustellen. Meine ersten Versuche in diese Richtung gehen ins Jahr 2003 zurück. Auf der letzten HKA-Sitzung im März. d.J. hatten wir mehrheitlich dafür gestimmt, solch einen Gedenkstein im Stadtpark am Streitzigsee aufzustellen. Diese Anlagen aus deutscher Zeit gelten als kulturelles Erbe.
Frau Wölk und ich trugen unser Anliegen dem Herrn Bürgermeister vor und stießen auf offene Ohren. Seiner Meinung zufolge würden mindesten 80 % der Szczecineker Bürger solch einen Stein akzeptieren. In einer am nächsten Tag von der Zeitung Głos Koszaliński durchgeführten Interviewserie unter Szczecineker Bürgern wurde diese Bereitschaft bestätigt (berichtet in Głos Koszaliński vom 14. Mai 2007).
Nach Köln zurückgekehrt, stellte ich am 25. Mai 2007 einen schriftlichen Antrag. Ich versicherte, dass wir alle unsere Planungen in enger Zusammenarbeit mit den Vertretern der Stadt Szczecinek durchführen würden. Kurz darauf wurde uns ein Platz auf der Höhe der Parkstraße/ul. Parkowa in Aussicht gestellt.
Während des Besuchs von Herrn Jerzy Hardie-Douglas bei einer Neustettiner Reisegruppe im Hotel Resiedence am 8. Juni 2007 erläuterte er das weitere Vorgehen im Stadtrat. Sobald eine Entscheidung gefallen ist, wird sie uns mitgeteilt. Dann werden die nächsten Schritte getan.
 
Am Donnerstag, den 10. Mai 2007, am Tag nach dem Besuch beim Bürgermeister im Rathaus sprach ich zusammen mit Frau Lotta Sosinska, der früheren Kirchenältesten in Szczecinek/Neustettin auf einer Veranstaltung der ‚Universität des III.Alters’ über die Erlebnisse aus dem Jahr 1945; ich war damals 5 Jahre alt. Zunächst las Herr Suchowiejko aus dem Heft ‚50 Jahre Patenschaft…’ Teile der Berichte von deutschen Flüchtlingen vor. Dann berichtete Frau Sosinska ausgiebig über diese schwierige Zeit in Neustettin. Überraschend für mich war, dass ein Teil der Zuhörer von dem Leiden der Deutschen wenig oder gar nichts zu wissen schien.
Monika Żimna-Pietrzyk und ihr Mann Jarosław, beide ‚Studenten’ der Universität der III. Alters, haben bei dem Besuch der Neustettiner Reisegruppe Anfang Juni weitere Interviews durchgeführt. Vielleicht wird eine kleine Gruppe der Personen um Herrn Suchowiejko und der Deutschlehrerin Małgorzata Kuszmar uns im September in Eutin anlässlich unseres Heimattreffens besuchen.
 
 

Zum Schluss noch einige Auszüge aus einer e-Mail vom 6. Mai 2007:


 

&dbquo;Sehr geehrte Neustettin-Liebhaber,
Wir vertreten das Neustettiner-Geschichte-Portal Szczecinek.org. Das Portal ist verfügbar unter den Adressen www.szczecinek.org und www.szczecinek.pl.
Wir sind Freizeit-Geschichte-Forscher. Unter uns sind Vertreter aller Berufe und Schüler, meistens junge Leute, die an der Geschichte Neustettins sehr interessiert sind. Weil in den vielen Jahren man in Polen nicht unbeschränkt über die deutsche Vergangenheit Pommerns
Reden und publizieren konnte, sind in der Literatur nur wenige Informationen zu diesem Thema verfügbar. Aus diesem Grund wenden wir uns an alle Leute, die sich an die Zeit vor 1945 erinnern. Teilen Sie uns bitte Ihre Erinnerungen, die mit der Stadt Neustettin verbunden sind, mit. Uns interessiert, wie das tägliche Leben in Neustettin war, wo die Einwohner gearbeitet haben, wo sie gefeiert haben, wo sie eingekauft haben und wo sie die Handwerksdienste von Friseur, Schuster, Schneider usw. in Anspruch genommen haben, wo sie zum Arzt gegangen sind. Kann sich vielleicht jemand an Stadtereignisse und Anekdoten erinnern? Wir bitten Sie um Informationen, die für uns sehr wertvoll sind, und wir bitten um Bilder, wo die pommersche Architektur zu bewundern ist.
Wir möchten gemeinsam mit Ihnen einwirken, dass die Geschichte unserer Stadt nicht in Vergessenheit gerät und die Verlogenheiten aufgeklärt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Lukasz Chmielewski und Ireneusz Nowakowski.“


 

Liebe Landsleute, ich bitte Sie herzlich, diese Leute zu unterstützen. Wenn Sie zu Ihnen Kontakte knüpfen möchten, werde ich Ihnen gerne behilflich sein.
Fürwahr ein neues, sehr positives Kapitel im beiderseitigen Umgang ist begonnen worden!


 
Dr. Siegfried Raddatz